Hochzeitsfotografie: Interview mit Melanie Meißner

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Melanie Meißner, Mitgründerin der Berliner  Fotografen-Agentur hochzeitslicht, gilt als eine der etabliertesten  Hochzeitsfotografinnen der Haupstadt. Im  Interview nimmt sie uns mit  auf eine Reise in die aufregende Welt der Hochzeitsfotografie.

1. Hochzeitsfotografie: Ein Traumberuf?

Was gefällt Dir am meisten an Deinem Beruf?

Es gibt so viele Dinge, die mir an meinem Beruf als  Hochzeitsfotografin gefallen. Da ist es schwer, eine Sache  herauszupicken. Ich finde es zum Beispiel großartig, dass ich ständig  neue und interessante Menschen kennenlerne und mit ihnen kreativ  zusammenarbeiten darf.

Außerdem ist  es natürlich jedes Mal wieder überwältigend, Paare am wahrscheinlich  schönsten Tag in ihrem Leben begleiten zu können. Am meisten schätze ich  aber, dass ich mit meinen Bildern unvergängliche Erinnerungsstücke für die Paare selbst und vielleicht sogar für spätere Generationen schaffen kann.

Welche Ansprüche hast Du an Dich als Hochzeitsfotografin?

Ich fotografiere jede Hochzeit mit der gleichen Energie und demselben  Einfühlungsvermögen als wäre es meine eigene. Und dabei erwarte ich von  mir, dass es mir jedes Mal gelingt, wunderschöne, emotionale und  authentische Bilder einzufangen, die Menschen berühren. Außerdem  versuche ich, mich ständig fotografisch weiterzuentwickeln und  hinterfrage daher regelmäßig mich und meine Fotografie.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?

Meine Bilder bestehen meist aus einer Mischung aus lebendiger  Hochzeitsreportage, authentischen Portraits und stimmungsvollen  Detailaufnahmen. Dabei ist mir ganz wichtig, dass die Bilder die  Persönlichkeit des Paares widerspiegeln.

Daher stimme ich alles, von der Motivauswahl bis zur Nachbearbeitung  der Bilder, auf das jeweilige Paar ab und verfolge nicht nur einen  festgefahrenen Stil.

Wovon lässt Du Dich für Deine Bilder inspirieren?

Ich lasse mich gern von den Bildern anderer Hochzeitsfotografen oder von Bildern aus Lifestyle- und Modemagazinen inspirieren.

Außerdem versuche ich natürlich, mich über neueste Trends in der  Hochzeitsfotografie und in der Hochzeitsindustrie allgemein auf dem  Laufenden zu halten. Am meisten aber lasse ich mich immer vom jeweiligen  Paar und dessen persönlicher Geschichte inspirieren.

Wie bereitest Du Dich auf eine Hochzeit vor?

Ich spreche mit jedem Brautpaar ausführlich alle Details der Hochzeit  im Vorhinein durch. Wo wird die Hochzeit stattfinden? Welcher Ablauf  ist geplant?

Wie wird das Brautkleid aussehen? In welchem Stil wird die Dekoration  gehalten sein? Welche Vorstellungen hat das Paar? All diese Dinge  helfen mir, Ideen für Motive und Posen zu entwickeln.

Am Tag der Hochzeit bin ich außerdem mindestens eine Stunde vor der  gebuchten Zeit vor Ort, um alles auf mich wirken zu lassen und um mir  die Location genau anzusehen.

Wo nimmst Du Aufträge an?

Die meisten Aufträge nehme ich natürlich im Raum Berlin/Brandenburg  an. Allerdings werde ich auch oft deutschlandweit bzw. gelegentlich  europaweit gebucht. Für einen Auftrag hat es mich sogar schon nach  Hyderabad in Indien verschlagen!

Was würdest Du gern als Hochzeitsfotografin erreichen?

Mein absoluter Traum wäre es, noch mehr Hochzeiten aus verschiedenen  Kulturen weltweit fotografieren zu dürfen. Seit meinem Auftrag in Indien  hat mich das Fernweh gepackt!

II. Hochzeitsfotografie: Wie alles angefangen hat

Wie bist Du zur Hochzeitsfotografie gekommen?

Mein Freund Christian Krüger hat mich vor rund zehn Jahren mit  seiner Leidenschaft für Fotografie angesteckt. Es hat allerdings ein  bisschen gedauert, bis ich die Hochzeitsfotografie für mich entdeckt  habe.

Meinen ersten professionellen Fotografen-Job hatte ich dann als Sportfotografin für eine Lokalzeitung. Dort habe ich  wahnsinnig viel lernen dürfen. Vor allem, dass professionelles  Fotografieren aus weit mehr besteht, als nur ein schönes Motiv zu suchen  und auf den Auslöser zu drücken.

Nach dem Abitur habe ich dann zunächst Psychologie in Berlin  studiert, aber die Begeisterung für Fotografie hat mich auch  währenddessen nicht losgelassen. Um mein Studium zu finanzieren, habe  ich daher weiterhin nebenher als Fotografin gearbeitet.

Irgendwann habe ich dann meinen Freund Christian auf die erste  Hochzeit begleitet, die er fotografieren sollte. Eigentlich war ich mehr  als moralische Unterstützung mitgekommen, aber ich war so Feuer und  Flamme, dass ich es nicht lassen konnte, Vorschläge für Posen und  interessante Hintergründe zu machen.

Kurzum, bei der zweiten Hochzeit war ich dann bereits mit eigener  Kamera als zweite Fotografin unterwegs und Christian hat mich damals  dazu ermutigt, Teile der Hochzeit selbständig zu fotografieren.

Ich selbst hätte mir das damals nie zugetraut. Aber es hat  funktioniert und mich absolut süchtig nach Hochzeitsfotografie gemacht.

Wie lange ist das her?

Ich habe 2003 angefangen, selbständig die ersten Hochzeiten zu  fotografieren. Ich bin also schon seit gut acht Jahren als  Hochzeitsfotografin unterwegs.

Wie lange gibt es hochzeitslicht schon?

Christian und ich haben hochzeitslicht ebenfalls 2003 gegründet. 2006  kam dann noch Thomas Weinhold als Geschäftspartner dazu. Insgesamt  besteht unser Team zur Zeit aus sieben Hochzeitsfotografen.

III. Hochzeitsfotografie: Aus dem Nähkästchen geplaudert

Gibt es andere Fotografen, die Du bewunderst?

Ich liebe die Fotografie. Aber es gibt keinen bestimmten  Fotografen, den ich bewundere. Dafür mag ich viel zu viele verschiedene  Stile.

In der Hochzeitsfotografie speziell gibt es allerdings schon einige  Fotografen, die es mir angetan haben. Das sind dann vor allem  amerikanische Hochzeitsfotografen wie z. B. Ben Chrisman oder Anna  Kuperberg.

Welchen Fotografen würdest du zu deiner eigenen Hochzeit buchen?

Ich habe zwar noch keine genauen Vorstellungen, wie meine Hochzeit  aussehen soll, aber ich würde meine Hochzeit idealerweise von einem Team  meiner liebsten Hochzeitsfotografen festhalten lassen. Und zu diesem Team würde auf jeden Fall meine Freundin Andrea Langer, die als  Hochzeitsfotografin in New York arbeitet, gehören.

Was war Dein schönstes Erlebnis bei einer Hochzeit?

Ich hatte schon unzählige schöne Erlebnisse! Wenn ich diese Frage von  meinen Paaren gestellt bekomme, erzähle ich daher immer gern von meinem  letzten tollen Erlebnis. Letzten Samstag stand ich z. B. mit meinem  Brautpaar und deren vierjähriger Tochter im Fahrstuhl, als das kleine  Mädchen sagte: ”Melanie ist jetzt meine neue Freundin.” Das fand ich  sehr, sehr süß.

Welchen Teil einer Hochzeit dokumentierst Du am liebsten?

Ich fotografiere am liebsten das “Getting Ready”, also die  Vorbereitungen der Brautleute vor der eigentlichen Trauung. Ich liebe  die Vorfreude und die Spannung, die in der Luft liegen.

Für mich ist das ein ganz wichtiger Teil einer guten  Hochzeitsreportage. Wenn das Paar genug Zeit dafür einplant, können  dabei viele kreative und berührende Fotos entstehen. Auf Wunsch sogar  sinnliche Fotos der Braut.

Sinnliche Fotos der Braut?

Viele Bräute wollen ihren Mann mit etwas ganz Besonderem überraschen  und lassen sich in sinnlichen Posen in ihrer Hochzeitsunterwäsche  fotografieren. Am Tag der Hochzeit bleibt dafür leider oft nicht genug  Zeit. Deswegen entscheiden sich immer mehr Bräute für ein sogenanntes  Boudoir-Shooting ein paar Wochen vor der Hochzeit.

Der Vorteil an einem solchen Boudoir-Shooting ist natürlich, dass man viel mehr Möglichkeiten in Sachen Location und  Requisiten hat und dass das Shooting viel entspannter abläuft, wenn man  mehr Zeit zur Verfügung hat. Außerdem kann die Braut ihren frisch  angetrauten Ehemann noch in der Hochzeitsnacht mit diesen Bildern  verblüffen…

IV. Hochzeitsfotografie: Tipps vom Profi

Worauf sollten Paare achten, wenn sie einen Hochzeitsfotografen auswählen?

Bei der Wahl eines Hochzeitsfotografen sollte man sich nicht  allein auf die Empfehlungen von Freunden oder vom Brautmodengeschäft des  Vertrauens verlassen.

Dazu ist Hochzeitsfotografie eine viel zu individuelle Angelegenheit.  Man sollte sich daher auf jeden Fall zunächst die Galerien möglichst  vieler verschiedener Fotografen anschauen.

Wenn möglich am besten vollständige Serien kompletter Hochzeiten. So  kriegt man ein Gefühl dafür, welche Art von Bildern und welcher Stil  einem am besten liegen. Die Qualität der Bilder sollte dann auch das  Hauptauswahlkriterium für einen Hochzeitsfotografen sein.

Wichtig ist aber auch, dass die Chemie zwischen Paar und Fotograf  stimmt und dass der Fotograf bereit ist, die Wünsche des Paares zu  berücksichtigen. Denn je wohler sich ein Paar mit dem Fotografen fühlt,  desto besser werden später auch die Bilder!

Inwieweit können Paare bei euch ihre eigenen Fotoideen einbringen?

Wir freuen uns immer, wenn Paare ihre eigenen Ideen mitbringen und  besprechen dann, wie man diese am besten umsetzen kann. Dabei ist es  jedoch ganz wichtig, dass sich Paare auf die Zusammenarbeit mit dem  Fotografen einlassen und ihm vertrauen, wenn er Alternativen oder  Änderungsvorschläge anbietet.

Denn aus Erfahrung weiß man als Fotograf, dass manche Dinge besser  funktionieren als andere. Letztens wollte sich ein Paar z. B. auf einem  stillgelegten Bahnhof vor einer schwarzen Lokomotive fotografieren  lassen. Als Location für Brautpaarfotos ist ein stillgelegter Bahnhof  natürlich traumhaft.

Als erfahrene Hochzeitsfotografin weiß man allerdings, dass dunkle  Hintergründe für Brautpaarfotos häufig nicht gut geeignet sind, weil  sich der meist dunkle Anzug des Bräutigams nicht genug davon absetzt.

Auf meinen Rat hin hat sich das Paar dann stattdessen für eine  hellblaue Lokomotive als Hintergrund entschieden und herausgekommen sind  wunderschöne und einzigartige Bilder!

Wie lang im Voraus sollten Paare einen Hochzeitsfotografen buchen?

Diverse Ratgeber empfehlen, den Fotografen mindestens sechs Monate  vor der Hochzeit zu buchen. Daher sind hochzeitslicht-Fotografen oft  schon ein Jahr im Voraus gebucht. Man sollte sich deshalb möglichst  schnell für einen Hochzeitsfotografen entscheiden, sobald der  Hochzeitstermin feststeht. Das Gleiche gilt übrigens auch für die  Hochzeitslocation.

Für wie lange sollte man einen Hochzeitsfotografen buchen?

Das hängt natürlich ganz enorm von den Fotowünschen und der  Tagesplanung ab. Allgemein gilt natürlich: Je länger desto besser. Je  mehr Zeit man sich nimmt, desto kreativer werden die Bilder und umso  entspannter läuft das Shooting ab. Ein paar grobe Richtwerte gibt es  aber trotzdem.

Für eine standesamtliche Trauung inklusive Sektempfang, Gruppen- und Brautpaarfotos sollte man  mindestens zweieinhalb Stunden für die Fotos einplanen. Soll die  komplette Hochzeit angefangen vom Getting Ready bis zur Tanzeröffnung am  Abend festgehalten werden, sollte man den Hochzeitsfotografen für  ungefähr zwölf Stunden buchen.

Wie viel Zeit sollte ein Paar nur für die Brautpaarfotos einplanen?

Auch das hängt natürlich ganz davon ab, was genau das Paar wünscht.  Meiner Erfahrung nach sollte das Paar mindestens 40 Minuten bis maximal  drei Stunden einplanen.

Gibt es irgendwelche Dinge, die Paare am Tag der Hochzeit beachten sollten, damit ihre Fotos hunderprozentig gelingen?

Entspannen und ab und zu lächeln! Manchmal sind die Paare so  konzentriert und angestrengt, dass sie die Lippen aufeinanderpressen und  toternst schauen. Je weniger Sorgen sich Paare darüber machen, ob alles  nach Plan verläuft, desto besser werden die Bilder!

V. Hochzeitsfotografie – damals und heute

Inwiefern hat sich die Hochzeitsfotografie in den letzten Jahren verändert?

Als ich 2003 begonne habe, die ersten Hochzeiten zu fotografieren,  stand die Hochzeitsfotografie in Deutschland noch ganz am Anfang.  Seitdem hat sich wahnsinnig viel getan. Zum einen hat sich die Technik  dramatisch weiterentwickelt. In den Anfangszeiten habe ich noch auf Film  fotografiert.

t Heutzutage arbeite ich fast ausschließlich mit Digitalkameras.  Allerdings habe ich vor kurzem [die gute alte  Polaroidkamera](https://www.weddyplace.com/magazin/5-tricks-mit-denen-eure-gaeste-zu-hochzeitsfotografen-werden/)  für mich wiederentdeckt.

Die Einführung der Digitalkamera eröffnete damals natürlich ganz  andere Möglichkeiten der Nachbearbeitung und hat einen deutlichen Effekt  darauf gehabt, welche Bildästethik sich Paare wünschen. Deswegen macht  die Bildbearbeitung heute einen wesentlich größeren Teil meiner Arbeit  aus als noch vor einigen Jahren.

Zum anderen haben sich die Ansprüche der Paare an Hochzeitsfotografie  drastisch geändert. Paare geben sich nicht mehr einfach mit ein paar  gestellten Brautpaarfotos vor dem Standesamt zufrieden, sondern wünschen  sich authentische und emotionale Bilder ihrer Hochzeit.

Deswegen investieren Paare heute deutlich länger in die Portraitfotos  und buchen den Hochzeitsfotografen häufig für den ganzen Tag. Paare  informieren sich heute außerdem ausführlich bei Blogs, Webseiten und  Magazinen über aktuelle Trends in der Hochzeitsfotografie und wissen  daher meist sehr genau, was sie wollen. Webseiten wie foreverly.de  leisten da also wertvolle Aufklärungsarbeit!

Welche aktuellen Trends gibt es in der Hochzeitsfotografie?

Hochzeiten im Vintage Stil sind definitiv seit 2010 im Kommen! Um die  Bilder entsprechend in Szene zu setzen, wird bei der Nachbearbeitung  zum einen der Look von Film nachempfunden und zum anderen mit zarteren  Farben, Schwarz-Weiß oder Sepiatönungen gearbeitet. Ein weiterer  absoluter Trend sind sinnliche Fotos der Braut bzw. Boudoir-Shootings  vor der Hochzeit.

Kontakt zur Hochzeitsfotografin aus Berlin

Melanie Meißner, eine der erfahrensten Hochzeitsfotografinnen in  Berlin und Brandenburg, ist das Zugpferd der Berliner  Hochzeitsfotografen-Agentur hochzeitslicht. Sie und ihre Kollegen sind  nicht nur wegen ihrer modernen und zugleich zeitlosen  Hochzeitsfotografie, sondern auch wegen ihrer anspruchsvollen  Videografie und kreativen Albumgestaltung bei Paaren aus ganz  Deutschland beliebt. Da die Zufriedenheit der Brautpaare an oberster  Stelle steht, erfüllen die hochzeitslicht-Fotografen individuelle  Kundenwünsche mit viel Hingabe und Liebe zum Detail.

Melanie Meißner von hochzeitslicht
fotodesignberlin GbR | Agentur für Fotografie
Gabelsbergerstraße 16
10247 Berlin
Tel.: 030-66763201

E-Mail: mail@hochzeitslicht.de
Web: www.melaniemeissner.com
Hochzeitslicht: www.hochzeitslicht.de


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