Eine Hochzeit im Ausland planen

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Wer seine Hochzeit weit ab der heimatlichen Gefilde feiern möchte, noch dazu mit Freunden und Familie, sollte sich vor allem eins nehmen: Jede Menge Zeit. Die Planung einer Hochzeit am Traumstrand auf Bali wird natürlich aufwendiger als eine große Feier im Hotel um die Ecke. Teurer muss sie allerdings nicht sein.

Je nach Wechselkurs der Währung des ausgewählten Landes können sich die Gesamtkosten sogar reduzieren. Im Fall einer Hochzeit im Ausland ist es üblich, dass die Gäste für die Reise selbst aufkommen. Viele nutzen die Chance, um daraus gleich ihren eigenen Urlaub zu machen. Da auch das intensive Planung voraussetzt, ist es besonders wichtig, die Hochzeitsgäste frühzeitig zu informieren.

Spätestens sechs Monate vorher solltet Ihr Save the Date Karten verschicken, zusammen mit einem ersten Info-Paket zum Trauungsort und der Reiseplanung.

Achtet bei der Wahl der Location darauf, dass sie auch für die Gäste erreichbar und vor allem bezahlbar ist! Wer mit einer großen Gruppe anreist, bekommt von den meisten Fluggesellschaften und Hotels großzügige Ermäßigungen.

Bucht also am besten gleich einen ganzen Block Zimmer für Eure Gäste, wenn Ihr gern alle im selben Hotel unterbringen möchtet. Dadurch bekommt man oft die Möglichkeit, den Festsaal des Hotels umsonst zu nutzen, ein kostenloses Essen oder sogar die Suite für die Hochzeitsnacht geschenkt.

Wird dergleichen nicht direkt angeboten, einfach mal nachfragen! Steht das Ziel für Eure Traumhochzeit fest, empfiehlt es sich, den Trauungsort vorher persönlich zu besuchen.

Am einfachsten ist es, sich vor Ort einen Experten zu suchen, der sich mit den lokalen Gegebeheiten auskennt, Dienstleister empfehlen kann und weiß, welche Dokumente für die Hochzeit benötigt werden. Oftmals stellen auch Hotels und Resorts eigene Experten mit Erfahrung in der Hochzeitsorganisation zur Verfügung.

Sind Reise und Hochzeitszeremonie organisiert, gibt es in den Wochen vor Abreise noch allgemeine Vorbereitungen zu treffen. Erkundigt Euch zu den Impfbestimmungen des Landes und stellt eine Reiseapotheke zusammen. Alle nötigen Dokumente müssen zusammengetragen werden.

Stellt Euch am besten eine Checkliste der benötigten Dinge für Hochzeit und Flitterwochen auf, dann kann nichts mehr schief gehen.

Wie eine Hochzeit im Ausland aussehen kann, das zeigt uns Svenja von Freakin‘ Fine Weddings. Sie hat auf Mauritius geheiratet und spontan vor Ort mit ihrer Hochzeitsplanerin Monika Beumers ein Video gedreht.

Enthalten sind alle wichtigen Informationen zu Dokumenten, Inspirationen zu den

Möglichkeiten und sogar einige Insider-Tipps.

Na, wenn das mal nicht perfekt ist?

Und wie hat sich die Hochzeit im Ausland angefühlt? Das verrät uns die liebe Svenja ebenfalls und öffnet ihr ganz persönliches Tagebuch.

02.06. Ok, Mauritius soll es also werden. Ich bin happy mit unserer Wahl. Aber was jetzt? Welches Hotel? Welcher Fotograf? Woher bekomme ich Blumen? Hallo? Ich bin Hochzeitsplanerin und jetzt doch etwas hilflos. Schließlich kenne ich dort ja niemanden.

04.06. Habe die zündende Idee: eine Hochzeitsplanerin muss her! Ha, das wird meine Rettung! Habe gegoogelt und eine Monika soll dort die Beste sein.

10.06. Ich habe endlich Kontakt zu Monika – sie ist Hochzeitsplanerin im Hotel Sofitel auf Mauritius. Ich habe Vertrauen zu ihr. So viele Bräute schreiben im Internet nur Gutes über sie. Gut, somit wäre die Hotelfrage auch geklärt. Ich will Monika!

20.06. Juhu, Hotel ist gebucht! Nun kann ich endlich mit der Planung loslegen. Ich weiß ganz genau, was ich möchte. Werde es für meine Planerin mal zusammenfassen.

22.06. Habe meine Liste an Monika gemailt – sie kann alles erfüllen. Klasse! Aber sie sagt auch, dass sie Angst vor meiner Hochzeit hat. Für eine Kollegin zu planen macht sie nervös. Mmm… Kann ich verstehen, ginge mir auch so.

26.06. Heute haben wir meinen Eltern von unserem Plan erzählt. Reaktion meiner Mama: „Ach wie schön, das würde ich auch machen, wenn ich noch mal heiraten würde.“ Trotzdem ist sie ein wenig traurig, nicht dabei zu sein. Ich verspreche, ein Video machen zu lassen. Notiz an mich: Videograf, das muss auf die Liste.

10.07. Mein Liebster ist ziemlich niedergeschlagen. Er hat noch mal mit seiner Mum telefoniert – leider hat sich die Lage nicht gebessert. Sie ist sauer und enttäuscht. War es wirklich die richtige Entscheidung?

15.07. Was machen wir nur? Vielleicht beruhigt sie sich ja wieder und wir können doch fliegen.

30.07. Lagebericht: Keine Veränderung in Sicht! Aber uns ist klar geworden, dass wir beide unbedingt auf Mauritius heiraten wollen. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, das in jedem Fall durchzuziehen. Egal, was da noch kommen mag. Wir denken, dass jeder seinen Hochzeitstag gestalten sollte, wie er möchte. Niemand hat das Recht, sich hier einzumischen.

15.08. Die Planung schreitet voran und meine Hochzeitsplanerin ist ein Engel. Ich fühle mich super wohl mit ihr und freue mich darauf, sie persönlich kennen zu lernen. Sie hat es nicht leicht: Ich möchte alles selbst bestimmen und sie soll es umsetzen. Eigene Ideen? Danke, braucht sie nicht einzubringen. Sorry Monika, Berufskrankheit! Ich hoffe, ich kann es wieder gut machen.

28.08. Unser Reisebüro hat uns Formulare geschickt, die wir ausfüllen müssen. Diese werden an das Standesamt vor Ort weitergeleitet und somit unsere Trauung angemeldet. Toll, alles klappt reibungslos. Nur unser Wunschdatum 05.05. ist eigentlich nicht möglich – es ist ein Samstag und da wird normalerweise nicht getraut. Na, wir werden sehen. Wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe…

01.10. Unsere Vorfreude wächst und wächst. Heute habe ich mein Kleid gekauft. Unglaublich, denn in diesem Laden habe ich gar nicht gesucht. Ich war mit einer Freundin dort, um nach einem Partykleid zu schauen. Wir bemerkten die unglaublich hässlichen Brautkleider und machten uns darüber lustig. Der ganze Laden hat uns schon böse angeschaut.

Dann zog sie auf einmal ein Kleid hervor und säuselte: „Das hier ist aber hübsch!“ Ich sah hinüber, sah den Stoff, den Schnitt und verliebte mich auf der Stelle. Und nach der Anprobe stelle ich fest: Es passt auch noch! Ok, drei Kilo müssen runter, aber sonst… alles super! Gekauft, wohoo!

11.02. Meine Schwiegermutter hat uns ihren Segen gegeben! Ich kann es gar nicht glauben, aber sie hat gesagt, dass sie sich nun damit arrangiert hätte und uns ganz viel Spaß wünscht. Wir sind unglaublich erleichtert und wir freuen uns sehr. Jetzt ist wirklich alles perfekt.

29.04. Wir beginnen unsere Reise und fliegen von Berlin nach Paris. Von dort aus geht es weiter nach Mauritius. Der Flug verläuft ohne Probleme – aber er ist lang… SEHR lang! Mein Kleid habe ich einfach als Handgepäck genommen. Mir doch egal, was die Leute denken. Die Flugbegleiterin („Das dürfen wir aber normalerweise nicht!“) habe ich einfach ignoriert. Andere schleppen ihre Laptops, ich halt mein Hochzeitskleid. So!

30.04. Wir werden zu unserem Hotel gebracht. Mein erster Gedanke ist: „Wow, träume ich?“ 16 wunderschöne Tage im Hotel Sofitel L’Impérial in Flic en Flac liegen vor uns!

01.05. Wir treffen uns für die letzten Detailabsprachen mit unserer Hochzeitsplanerin. Sie war einfach spitze und hat diese besondere Situation klasse gelöst! Ich bin total ruhig und gelassen – nur um das Wetter mache ich mir etwas Gedanken! Leider regnet es momentan immer wieder… Wichtig zu wissen: Anders als in Deutschland, werden auf Mauritius immer noch Trauzeugen benötigt. Dies übernehmen, falls man dort allein ist, gern Hotelangestellte.

Wir haben an unserem ersten Abend im Hotel bei einem Cocktail ein anderes Paar kennengelernt, das kurz vor uns dort heiraten wird. Und da wir uns blendend verstehen, beschließen wir, gegenseitig Trauzeugen zu spielen. Ich finde das toll und freue mich sehr darüber!

04.05. Auch im Paradies geht es nicht ohne Bürokratie! Wir müssen zu drei verschiedenen Ämtern vor Ort. Wir werden von einem Fahrer abgeholt. Dieser Service ist im Hochzeitspaket inbegriffen und sehr komfortabel. Er bringt uns von A nach B, erklärt uns alles, steht für uns in den Schlangen an und bezahlt.

Zum Schluss lernen wir unseren Standesbeamten kennen und dürfen unseren Wunsch für die Uhrzeit der Trauung äußern. Ich wollte ja unbedingt den 05.05. – ein Samstag und eigentlich nicht möglich. Aber was soll ich sagen: Ein netter Augenaufschlag (ob das wirklich meiner oder eher der meines Mannes war, kann ich nicht sagen) genügt und es ist eingetragen. Wir unterschreiben die Papiere und schon ist alles viel realer: Wir heiraten morgen!

05.05. Ich habe mir meinen Hochzeitstag schon oft vorgestellt. Was darin nie vorkam: Stress, Termindruck, Zwänge oder Gedanken darüber, was andere denken mögen. Es ist einfach toll, dass mein Mann und ich die gleichen Vorstellungen haben! Morgens haben wir gemeinsam gefrühstückt, dann haben sich unsere Wege getrennt.

Während er am Strand lag und zum Schnorcheln ging, sah mein Tag wie folgt aus: 11.00 Uhr Massage (herrlich, bin dabei eingeschlafen), 12.30 Uhr Make-up & Haare (Das war so lustig! Hatte meine Trauzeugin dabei und der Sekt hat die Stimmung echt ins Rollen gebracht.) Beides konnte ich im hauseigenen Spa genießen und es war einfach toll!

Ich habe mich wahnsinnig wohl gefühlt und als ich dann mein Kleid anzog und meinen Brautstrauß in die Hand nahm, wollte ich nur noch meinen Mann sehen! Wir haben eine CD mit Liedern mitgebracht und mit der Hochzeitsplanerin abgesprochen, wann welcher Song gespielt werden soll. Als ich barfuß auf meinen Schatz zu gehe, klingt aus den Lautsprechern der Klassiker „Let’s stay togehter“ von Al Green.

Nach der romantischen Trauung stoßen wir mit einem Glas Sekt auf unsere Ehe an. Wir sind wahnsinnig glücklich und strahlen um die Wette! Dann wird unsere kleine Hochzeitstorte gebracht und wir schneiden sie gemeinsam an – natürlich ist meine Hand oben, wer hätte etwas anderes erwartet. Lecker! Wir haben mit Schoko-Kokos die richtige Wahl getroffen.

Wir starten mit unserem Paarshooting und bereits in den ersten Minuten kann ich dem Fotografen vollkommen vertrauen. Man spürt in jeder Bewegung seine Professionalität und mit seiner lockeren Art gelingen die Bilder wie von selbst! Ich möchte unbedingt ins Wasser, um dort einige Aufnahmen zu machen. Mit den Beinen im Meer, im Hintergrund die langsam untergehende Sonne zwischen den Wolken…paradiesisch!

Um unseren Tag abzurunden, hat das Hotel ein Candle-Light-Dinner für uns arrangiert. Wir essen auf der Terrasse unter freiem Himmel in einem der 4 Restaurants des Hotels. Es gibt viele verschiedene Gänge und wir genießen jeden einzelnen. Was für ein wunderschöner Tag! Am Ende skypen wir noch mit unseren Familien, die sich wahnsinnig für uns und mit uns freuen.

06.05. Der Zimmerservice klopft an unsere Tür – heute bekommen wir unser Frühstück auf dem Balkon unseres Zimmers serviert! Immer mehr Köstlichkeiten werden hereingetragen, es passt gar nicht alles auf die Tische (na ja, jetzt kommen die verlorenen Kilos eben wieder drauf, Hochzeit ist ja vorbei). Wir sitzen über drei Stunden zusammen, schauen auf das Meer und genießen unsere Zweisamkeit. Wir sind verheiratet! So schön und gleichzeitig doch so unwirklich! Ich freue mich, nun ganz offiziell seine Frau zu sein.

16.05. Wir sind wieder zu Hause und mussten das Paradies verlassen. Nach unserer Hochzeit haben wir unsere Flitterwochen dort verbracht und SEHR genossen! Mauritius ist einfach ein Traum! Wir haben uns an herrlichen Stränden gesonnt, in klarem Wasser gebadet und die Mauretanier als freundliche, offene Menschen erlebt. War es die richtige Entscheidung, dort zu heiraten? Wünschen wir uns doch, dass unsere Familien hätten dabei sein können?

Unser Fazit: Wir würden es jederzeit wieder genauso machen! Es mag egoistisch klingen, aber es war toll, dass wir uns an unserem Hochzeitstag nur um uns selbst kümmern konnten! Wir waren beide absolut entspannt, nicht aufgeregt und haben es so sehr genossen, nur uns zu haben. Das heißt natürlich nicht, dass wir unsere Familien und Freunde nicht teilhaben lassen wollten: Noch am Abend der Hochzeit haben wir Fotos per E-Mail an alle gesendet. Und zwei Wochen nach unserer Rückkehr gab es eine freie Trauung mit anschließender Party.

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